Beim Aufräumen hab ich diesen Ausdruck eines Zish-Artikels gefunden. Er ist sehr zutreffend auf bestimmte Personen (siehe "dümmsten Kommentare Teil 1+2"):
Zish(HAZ) 07.03.06
Erste Stunde: Das Lehrer-Echo
Mein Finger schnellt in die Höhe. „Entschuldigung, könnten Sie noch einmal erklären, wie genau Sie zu diesem Ergebnis gekommen sind?" Oder: „Genau so habe ich das auch interpretiert." Die Masche ist simpel, einfach das wiederholen, was der Lehrer schon vor zehn Minuten gesagt hat. Natürlich muss ich die Sätze etwas umformulieren, etwas hinzufügen, damit es nicht auffällt. Und wenn Wiederholungen nicht angebracht sind, frage ich irgendwas. Schon ist mir eine gute Note sicher.
Erste Pause: Interesse zeigen
In der ersten großen Pause stelle ich mich unauffällig in die Nähe einer Lehrergruppe. Ich sauge jeden Wortfetzen auf, den ich erhaschen kann, und versuche mir ein Bild zu machen. Was hat mein Mathelehrer gesagt? Jeden Sommer auf welche Insel? Mit dem Wohmnobil, das vom alten Volvo gezogen wird? Noch fünf Minuten bis zum Gong, ich eile auf den Parkplatz. Da steht der Schwedenwagen. Anhängerkupplung? Bingo! Die Aufkleber auf der Heckscheibe verraten mir seine Passion. Noch am Nachmittag werde ich .I love Rügen"-Sticker ausdrucken und meinen Matheordner damit schmücken.
Zweite Stunde: Witze aushalten
Der Lehrer erzählt einen der abgedroschensten Kalauer, die man sich vorstellen kann. Einen dieser Witze, bei denen man sonst nicht einmal mit dem Mundwinkel zucken würde. Aber das hier ist kein Spaß, es geht um Punkte, und so lassen wir ein herzhaftes Lachen ertönen, von dem unsere besten Freunde sofort wissen würden, dass es falsch und gekünstelt ist. Gleichzeitig hofft man darauf, dass wenigstens zwei Leute mitziehen, damit man nicht als Einziger als Streber dasteht. Der Lehrer hingegen freut sich, dass seine humoristische Ader für Gelächter gesorgt hat.
Dritte Stunde: Dauermelden
Vorsichtig massiere ich meinen Arm. Die Belastung der vergangenen Wochen ist er nicht gewöhnt. Doch schließlich hat das Schuljahr gerade angefangen, und so beteilige ich mich sooft wie möglich am Unterricht. Der erste Eindruck zählt, und wenn ich mich jetzt bemühe. bleibt das in den Lehrergedächtnissen haften. Vorne redet der Lehrer von einem freiwilligen Referat, mein Arm schnellt in die Höhe. Schmerz durchfährt ihn, doch das nehme ich in Kauf.
Vierte Stunde: Schwestertrick
Schwitzend sitze ich im Unterricht und suche nach einer passenden Ausrede. Die Hausaufgaben habe ich nicht gemacht. Schon steht der Lehrer vor mir. Ich beginne zu stammeln. Doch er hört gar nicht hin, sondern fragt nach meinen Geschwistern. Schnell ergreife ich die Möglichkeit und berichte ihm vom Studium meines Bruders. Es macht sich bezahlt, die gleiche Schule wie meine Geschwister gewählt zu haben. Sie haben einen guten Eindruck hinterlassen - und so habe ich gleich einen kleinen Bonus bei vielen Lehrern. Jetzt richte ich noch viele Grüße von meiner Schwester aus, das klappt immer. Er lächelt unsicher und geht weiter zum nächsten Tisch. Danke. Schwesterherz!
Fünfte Stunde: Lehrer-Talk
Wieder einmal rein gar nichts zum Unterricht beigetragen, und dazu noch in der Stunde zweimal beim Reden mit dem Nachbarn erwischt - da hilft es nur, außerhalb der eigentlichen Unterrichtszeit mit dem Lehrer zu sprechen. Mit einem doch reichlich verlogenen Gefühl wandere ich - wohlgemerkt erst,
nachdem der Rest der Klasse den Raum verlassen hat - zum Lehrertisch, lasse mir Dinge ein zweites Mal erklären, die mich schon beim ersten Mal kein bisschen interessiert haben, und erkundige mich noch nach dem Befinden des Lehrers. Selbst wenn ich während des Gesprächs die Ohren auf Durchzug stelle, werde ich doch am Ende des Schuljahres zwei Punkte mehr auf dem Zeugnis haben.
Nachmittag: Punkte rupfen
Exkursion des Biologie-Fachkreises mit praktischer Umsetzung theoretischer Grundlagen in naturbelassener Umgebung: Das Angebot nach der Stunde ist unter der Hand explizit an uns gerichtet, die notorischen Zuspätkommer. Hausaufgabenvergesser, Unterrichtsstörer. Und natürlich sind wir dabei, zerschneiden eifrig Hölzer und Ästchen, rupfen Unkraut, zaubern innerhalb eines Nachmittags aus der Grünfläche des Lehrers ein bundesgartenschauähnliches Objekt - und die Zeugnisnote in den zweistelligen Punktebereich.
Abends: Babysitten
Malte, jetzt lass doch auch mal die Lea mit der Holzeisenbahn spielen!"Als meine Mutter mir vorschlug, auf die Kinder meines Lehrers aufzupassen, dachte ich: nie im Leben! Mittlerweile komme ich mit den Kleinen einigermaßen aus. Und das Geld kann ich gut gebrauchen. Das Beste an der ganzen Sache: Ich darf den Wolfgang als einziger Schüler duzen und hab, seitdem auch keinen Unterkurs mehr.
(Evtl. Fehler sind entweder bereits im Orginal enthalten oder beim scannen entstanden)
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